Hola,
Die Uni hat begonnen und die Zeit rast mit unglaublicher Geschwindigkeit an mir vorbei. Meine Kurse sind super interessant und die Dozenten und Kommilitonen sind nett aber das es so viel Arbeit und Verantwortung wird, hätte ich nicht gedacht. Für einen meiner vier Kurse, Krisenintervention, muss ich zusätzlich zu den 4 Stunden Seminar (Vorlesungen so wie wir das aus Frankfurt kennen mit 200 Studenten in einem Saal und einem erzählenden Prof gibt es hier nicht) einen Workshop ausarbeiten und ihn in einer uniexternen Organisation präsentieren, ein Praktikum in der Psychiatrie machen sowie im unieigenen psycho-sozialen Hilfezentrum echte Menschen therapieren. Zum Glück mit Supervision. Ach ja, natürlich muss über alles ein Bericht geschrieben werden. Von der Sorte ich habe noch 2 weitere Kurse und einen, der zum Glück nicht so viel verlangt, dafür aber 2 Klausuren schreibt. Ja. Im Moment, angesichts meiner eingeschränkten Sprachkompetenz, befinde ich das eigentlich für unschaffbar und halte mich selbst für einen Idioten es überhaupt zu versuchen aber jetzt bin ich hier und aufgeben ist keine Option. Ich hoffe mal, dass die Profs ein Auge zudrücken, wenn sie sehen, dass ich mein Bestes gebe.
Ein noch unerfreulicheres Ereignis sind allerdings die kleinen Erdbeben, die hier auch verniedlicht "temblor" genannt werden. Gestern hat die Erde sich zweimal bewegt und heute einmal. Zumindest habe ich diese Beben gespürt. Es fühlt sich sehr komisch an. Eigentlich ist es ein angenehmes Schaukeln und ich glaubte zuerst, es läge an meinem wackeligen Stuhl. Unheimlich wird es dann, wenn man realisiert, dass man sich im 5. Stock befindet. Zum Schutz der Studenten hat die Uni dann heute sofort eine Power Point Präsentation rumgeschickt, die anhand grausamer Bilder zeigt, dass man sich im "Dreieck des Lebens" aufhalten soll, falls ein schweres Erdbeben losbricht. Besagtes Dreieck befindet sich neben großen, stabilen Gegenständen, da diese meist (Danke für den Optimismus) einen Luftraum um sich bilden, auch wenn sie stark zerdrückt werden. Des Weiteren wird empfohlen, die Embryonalstellung einzunehmen und sich, entgegen früherer Annahmen, nicht unter Möbeln zu verstecken.
Ich freue mich, dass mein zu Hause nur einstöckig und mein Zimmer im ersten Stock ist und hoffe, dass sich die Erde bald wieder beruhigt.
Hasta luego
eure Sally
Die Uni hat begonnen und die Zeit rast mit unglaublicher Geschwindigkeit an mir vorbei. Meine Kurse sind super interessant und die Dozenten und Kommilitonen sind nett aber das es so viel Arbeit und Verantwortung wird, hätte ich nicht gedacht. Für einen meiner vier Kurse, Krisenintervention, muss ich zusätzlich zu den 4 Stunden Seminar (Vorlesungen so wie wir das aus Frankfurt kennen mit 200 Studenten in einem Saal und einem erzählenden Prof gibt es hier nicht) einen Workshop ausarbeiten und ihn in einer uniexternen Organisation präsentieren, ein Praktikum in der Psychiatrie machen sowie im unieigenen psycho-sozialen Hilfezentrum echte Menschen therapieren. Zum Glück mit Supervision. Ach ja, natürlich muss über alles ein Bericht geschrieben werden. Von der Sorte ich habe noch 2 weitere Kurse und einen, der zum Glück nicht so viel verlangt, dafür aber 2 Klausuren schreibt. Ja. Im Moment, angesichts meiner eingeschränkten Sprachkompetenz, befinde ich das eigentlich für unschaffbar und halte mich selbst für einen Idioten es überhaupt zu versuchen aber jetzt bin ich hier und aufgeben ist keine Option. Ich hoffe mal, dass die Profs ein Auge zudrücken, wenn sie sehen, dass ich mein Bestes gebe.
Ein noch unerfreulicheres Ereignis sind allerdings die kleinen Erdbeben, die hier auch verniedlicht "temblor" genannt werden. Gestern hat die Erde sich zweimal bewegt und heute einmal. Zumindest habe ich diese Beben gespürt. Es fühlt sich sehr komisch an. Eigentlich ist es ein angenehmes Schaukeln und ich glaubte zuerst, es läge an meinem wackeligen Stuhl. Unheimlich wird es dann, wenn man realisiert, dass man sich im 5. Stock befindet. Zum Schutz der Studenten hat die Uni dann heute sofort eine Power Point Präsentation rumgeschickt, die anhand grausamer Bilder zeigt, dass man sich im "Dreieck des Lebens" aufhalten soll, falls ein schweres Erdbeben losbricht. Besagtes Dreieck befindet sich neben großen, stabilen Gegenständen, da diese meist (Danke für den Optimismus) einen Luftraum um sich bilden, auch wenn sie stark zerdrückt werden. Des Weiteren wird empfohlen, die Embryonalstellung einzunehmen und sich, entgegen früherer Annahmen, nicht unter Möbeln zu verstecken.
Ich freue mich, dass mein zu Hause nur einstöckig und mein Zimmer im ersten Stock ist und hoffe, dass sich die Erde bald wieder beruhigt.
Hasta luego
eure Sally
für einen Idioten? Weit gefehlt, meine Liebe! Sprache ist der Schlüssel zur erfolgreichen Integration, zu einem gelingenden Studium und genau deswegen hast du doch so fleißig in Deutschland schon gelernt. Für ausgesprochen clever halte ich dich, denn du bist fitter als so manch anderer Austauschstudent, dem ich hier und da schon begegnet bin. Vielleicht schaffst du nicht das gleiche Lernpensum wie in Deutschland, vielleicht bist du hier und da auf die Gunst deines Profs angewiesen. Aber ich bin mir sicher, dass du erstaunt sein wirst, was du letztendlich doch alles schaffen konntest, auch wenn aller Anfang schwer ist.
AntwortenLöschenIch drück dich!
Lyd
Wie oft wackelt denn die Erde dort???
AntwortenLöschenSally ?