
Da am Montag die Uni anfängt, musste das Wochenende noch Mal für einen Kurztrip herhalten und diesmal fiel die Entscheidung auf die Karibik. Wie es aber hier üblich ist, verlief nicht alles planmäßig und als unser Bus mit zwei Stunden Verspätung abfuhr entschieden wir uns, bereits an einem kleineren, näheren Ort auszusteigen als ursprünglich geplant. Empfangen wurden wir in Cahuita von völliger Dunkelheit und strömendem Regen, was vielleicht entgegen aller Wunschträume über die Karibik keine Seltenheit ist. Glücklicherweise konnten wir an der Busstation zwei Ticas (dies ist die korrekte Bezeichnung für Costaricaner) finden, die für uns die Anrufe bei den Hostels tätigten, denn telefonieren in einer anderen Sprache zählt mit zu den schwierigsten Dingen. Triefnass kamen wir im Hostel und fragten natürlich sofort den Besitzer ob er den Wetterbericht kenne und wann es zu regnen aufhören sollte. Die Antwort spiegelt eine Lebenseinstellung wieder, wie sie in Europa kaum zu finden ist. Er sagte es höre mit Sicherheit morgen auf zu regnen und wen nicht dann sicher nächste Woche oder nächsten Monat! In Ermangelung anderer Beschäftigungsmöglichkeiten machen wir uns dann auf zu Coco's Bar - der einzigen Bar im Ort. Hier fällt man natürlich sofort als Tourist oder zumindest nicht Einheimischer auf und wird auf die Tanzfläche gezerrt - die Ticos wollen ja zeigen was sie können und so drehten meine Freundin Lucie aus Frankreich und ich unsere ersten Runden Salsa und Merengue mit Tanzpartnern, die zwar einen Kopf kleiner waren als wir aber dafür umso besser tanzen konnten. Der nächste Morgen begann außer mit einem leichten Kater dann mit einer Trinkkokusnuss, die unser Französischer Zimmernachbar uns frisch vom Baum pflückte und so fühlte ich mich dann richtig in der Karibik angekommen. Als Tagesaktivität hatten wir uns eine Wanderung im Nationalpark von Cahuita vorgenommen und machten uns auf den Weg. Obwohl man ja weiss, dass Costa Rica eine diverse Flora und Fauna zu bieten hat, kommt man trotzdem aus dem Staunen nicht heraus, wenn plötzlich vom Baum ein Faultier hängt oder man einen großen Schritt über eine Straße von Blattschneiderameisen machen muss. Ich hatte das Gefühl ich bin im Zoo nur dass es hier überall so aussieht! Auf dem nebenstehenden Bild sieht man einen großen Einsiedlerkrebs. Diese Tiere bilden keine eigenen Schalen oder Panzer sondern kriechen in die verlassenen Häuser anderer Tiere. Mich hat dieser Krebs wirklich fasziniert - er hat sein Haus immer dabei aber muss auch immer Ausschau nach neuen Häusern halten, da er aus dem gegenwärtigen irgendwann rauswächst. Wie der Krebs bin auch ich auf der Suche. Zwar bin ich an meinem Zielort bereits angekommen jedoch mein zu Hause ist es noch nicht aber ich hoffe, dass ab morgen mit Beginn der Uni das Urlaubsgefühl weggeht und ich ein Paar Freunde finde.
Pura Vida!
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