Die aufmerksamen Leser unter euch werden bereits festgestellt haben, dass es hier in Costa Rica mit den Adressen ein Bischen anders läuft. Normalerweise, wenn man in eine neue Stadt oder ein neues Land kommt, kauft man sich als erstes einen Stadtplan und fängt an sich eine kognitive Landkarte aufzubauen. Hier nicht. Hier lässt man sich einfach die Adresse auf ein Stück Papier kritzeln, dass man dann dem Taxifahrer gibt und der bugsiert einen dann (hoffentlich lebendig) ans Ziel. Gesagt - Getan! Ich sitze mit dem amerikanischen Austauschkollegen im Taxi auf dem Weg zur Party aber schade, die Adresse scheint es nicht zu geben und so heizen wir mit unserem Taxifahrer eine knappe Stunde durch San José und das hupend, überholend wo jeder deutsche Autobahnnutzer sagen würde es ist lebensmüde, telefonierend und nebenbei noch die Adresse ablesend. Irgendwann, nachdem der Taxifahrer dann die gesamte Zentrale mobilisiert hatte um unsere fehlerhafte Adresse zu identifizieren, haben wir es tatsächlich an den Zielort geschafft. Zwar kostete unsere Fahrt statt der geschätzten 2000 Colones etwa das 5-fache aber so konnte ich doch ein, zwei alkoholische Getränke im Beisein meiner internationalen Mitstreiter genießen um mich dann wieder mit weiteren Nicht-Ortskundigen auf den Weg nach Hause zu machen. 50 Meter bevor ich meinen Supermarkt erreiche bekommen wir dann endlich ein Taxi und es kann sich sicher jeder sowohl meine Enttäuschung als auch die des Taxifahrers vorstellen, nachdem ich ihm meine mühevoll eingeübte Adresse nenne, er 50 Meter fährt und mich dann anguckt als sei ich von einem anderen Stern; und wie man sieht bin ich dann scheinbar auch.
Also meine lieben, wenn ihr das nächste Mal flucht, weil ihr einen Ort auf dem Stadtplan nicht finden könnt, denkt an mich!
Also meine lieben, wenn ihr das nächste Mal flucht, weil ihr einen Ort auf dem Stadtplan nicht finden könnt, denkt an mich!